Suchen Sie in 10.075 Anzeigen


Eine in sich geschlossene Geborgenheit

Lüneburger Waldfriedhof: Neues Kindergrabfeld ist entstanden

Der Tod beendet das Leben – aber bedeutet dies auch zwangsläufig das Ende der Individualität? Wenn Menschen meinen, in traditionellen Ritualen keine Orientierung mehr zu finden, suchen sie auch für den letzten Gang ihrer Angehörigen einen ganz eigenen Weg. „Friedhöfe sind nicht die Endstation der Gesellschaft“, sagt Hans-Georg Grzenia von der städtischen Friedhofsverwaltung. Die Uniformität der Friedhöfe war gestern, heute dominiert zusehends die individuelle Gestaltung der Gräber. Auch für die Trauerbewältigung ist der Friedhof als Anlaufstelle von großer Bedeutung.


Somit sind Friedhöfe nicht nur die Orte der letzten Ruhe, sie sind auch stets ein Teil der Kulturgeschichte einer Region oder eines Landes. Die sieben Friedhöfe Lüneburgs sind ganz besondere Orte der Ruhe und der Abgeschiedenheit: Zum einen sind sie Anlaufstellen des stillen Gedenkens an die Verstorbenen, zum anderen hat eine liebevolle gärtnerische Gestaltung der Grabstellen und der gesamten Friedhofsanlagen wunderschöne Stätten der Begegnung und des Friedens geschaffen.


Auf dem Lüneburger Waldfriedhof ist jetzt ein neues Kindergrabfeld mit 17 Gräbern entstanden. Für Hans-Georg Grzenia und sein Team war eines dabei ganz wichtig: „Wir haben darauf geachtet, dass der Bereich in sich geschlossen wirkt und damit Geborgenheit ausstrahlt“, erläutert Grzenia, der pro Jahr in Lüneburg etwa ein bis drei Kinder beerdigt. Zehn Jahre ist dann die Ruhefrist der Kindergräber, doch wenn die Gräber auch weiterhin besucht werden, bleiben diese dann auch über die Frist hinaus bestehen. Auf den Lüneburger Friedhöfen hat jetzt die Zeit begonnen, dass die Hinterbliebenen die Gräber ihrer Lieben winterfest machen. Nach Totensonntag kehrt dann Ruhe ein, aber mit dem ersten Frühlingserwachen im März/April des kommenden Jahres werden die Gräber dann wieder neu bepflanzt und hergerichtet. Für die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung gibt es nach dem Ewigkeitssonntag viel zu tun: Gießkannen, Bänke und Harken werden reingeholt und Reparaturen daran ausgeführt. Der jährliche Winterdienst sorgt dann dafür, dass auch in der kalten Jahreszeit ein sicherer Zugang für die Hinterbliebenen auf dem Friedhof gewährt wird.

Aktuelle Trends

Rasengräber sind beliebt, weil sie leicht zu pflegen sind. Mit 60 Prozent hat die Urnenbestattung die Erdbestattung (40 Prozent) überrundet.
Bei Fragen rund um das Thema Friedhof können Interessierte die Friedhofsverwaltung Lüneburg unter der Rufnummer (04131) 87 09 55 erreichen.